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 Petersplatz; 10. August 1492

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Niccolo da Pavia

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BeitragThema: Petersplatz; 10. August 1492   So Apr 14, 2013 8:49 am

Niccolo

Die Sonne brannte wie eh und je vom Himmel herab, dass man schon meinen wollte, man befände sich gar nicht mehr in der wirklichen, wahrhaftigen Welt, sondern wäre bereits mit der gesamten Stadt -vermutlich gar dem ganzen Land!- zur Hölle hinab gefahren. Vereinzelte Schweißtropfen liefen dem Mönchen, der geduldig vor dem Petersdom ausharrte, über den Nacken und weiter den Rücken hinab. Im Ordenshabit der Kartäuser war die Hitze noch unerträglicher, doch Niccolo war dazu angewiesen worden, alles zu tragen, was ihn als den auswies, der er eben war. Die dünne Kutte für den Sommer wäre ihm zwar lieber gewesen, als nun unter dem schweren Mantel zu schwitzen, doch eine andere Wahl hatte er wohl nicht. Wenn die hohen Kardinäle ihn eben auf solche Botengänge schickten, um einmal mehr den Nachrichtenverkehr zwischen Templern und Assassinen aufrecht zu erhalten, dann musste es geschehen, wie es ihnen eben gefiel.

Schwer seufzte der Blondschopf auf, verzog ein wenig das Gesicht und strich sich einige feuchte Locken aus der Stirn. Es war ihm lieber auf Templer zu warten, jene waren pünktlicher, doch diesmal gab es eben eine Botschaft von diesen an die Bruderschaft und so musste er sich eben gedulden und weiter in der bereits unerträglichen Hitze des anbrechenden Tages warten.

"Gott, wenn es dir gefällt, lass mir eine gnädige Seele einen Kelch Wasser reichen...", bat er leise murmelnd, trat von einem Fuß auf dem anderen und freute sich bereits darauf, später in seinem kleinen Garten die von ihm dort angebauten Kräuter zu wässern. Die ehrliche Arbeit mit den eigenen Händen war noch immer das, was ihn am meisten erfüllte, auch wen er wusste, dass das Vermitteln zwischen dem Orden und der Bruderschaft ausgesprochen bedeutsam war...
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Selina Auditore

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   So Apr 14, 2013 12:49 pm

Niccolo, Selina

Selina hatte den Mönch schon von Weitem bemerkt, sich jedoch Zeit genommen, die Umgebung und die anderen Menschen unauffällig in Augenschein zu nehmen. Niemand sollte ihr vorwerfen können, sie wäre nachlässig. Schließlich trat sie zu dem jungen Mann hin und neigte ihren Kopf höflich.

"Ich grüße Euch, Mönch der Kartäuser", grüßte sie mit sanfter Stimme. "Der Trost, den Ihr den Menschen hier schenken könnt, wird Euch sicher das Wohlwollen Gottes einbringen." Dieser Satz, der so unschuldig klang, war das Zeichen, das vereinbart war, sollten die Mönche eine Botschaft überbringen wollen. Äußerlich ließ nichts erahnen, dass Selina eine Assassine war.

Sie trug die Kleidung einer gehobenen Bürgerin. Nicht auffällig, nur normal genug, um zwischen all den Menschen unsichtbar zu werden.
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Niccolo da Pavia

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   So Apr 14, 2013 1:04 pm

Niccolo, Selina

Man hatte es nicht für nötig gehalten, ihn am Vorabend näher über seine Aufgabe zu informieren, er war auch nur die Vertretung des Fanziskaner-Mönchen, der diese Botengänge sonst erledigte. Nun aber, da der Stuhl Petri noch immer vakant war, gab es seinen Posten zwar noch, aber eine wirkliche Funktion hatte sein Amt nicht. Und damit er nicht tatenlos seine Zeit mit Nichtstun vergeudete, fanden die Kardinäle immer wieder kleinere Dinge, die er für sie erledigen konnte, was ihm durchaus gelegen kam. Dass er sich allerdings mit einer Frau treffen sollte, das überraschte ihn ein wenig und stimmte ihn gleichsam traurig. Dass selbst so ein zartes Geschöpf in diesen elendigen Krieg gezogen wurde... Es war eine Schande!

"Den Wohlwollen Gottes kann ein jeder für sich gewinnen, wenn er in seinem Sinne lebt und handelt und Frieden wahrt...", erwiderte er die Worte, die man ihm eingebläut hatte, musste dann allerdings doch ein wenig lächeln und wich vom Protokoll ab. Immerhin hatte ihm niemand aufgetragen, nur diese Worte von sich zu geben und die Nachricht zu übergeben!

"Es überrascht mich, dass Ihr den Ordenshabit der Kartäuser erkennt... Unser Orden hat immerhin nur wenige Kloster und wir meiden sonst den Lärm und die Aufregung der großen Städte", musste er angetan von dem Wissen der jungen Frau zugeben, neigte respektvoll den Kopf ein wenig vor ihr.
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Selina Auditore

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Mo Apr 15, 2013 11:50 am

Niccolo, Selina

Selina erwiderte das Lächeln. Wie jung dieser Mönch doch war. Es war möglich, dass die blonden Haare und die feinen Gesichtszüge dies nur vorgaukelten, doch sie hätte ihn nur auf vielleicht zwanzig Jahre geschätzt. Es gab sicher einige Mädchen, die es bedauerten, dass er sein Leben Gott gewidmet hatte.

Auf sein Lob nickte sie sacht und der Gedanke an Onkel Mario ließ ihr Lächeln zärtlicher werden. "Ich hatte das Glück, einem großartigen Lehrer zu begegnen", antwortete sie ausweichend. "In dieser Zeit gibt es mehr als nur Heim und Herd für eine Frau." Wenn sie es recht bedachte, hatte sie sogar unverschämtes Glück gehabt. Hätte ihr Vater sie nicht akzeptiert und sie nach dem Tod ihrer Mutter zu Onkel Mario gebracht, wäre sie vermutlich ebenso eine Prostituierte geworden, wie die Kurtisanen, die sie als ihre Schwestern betrachtete. Und sie war sich nicht sicher, ob sie dieses Leben hätte leben wollen.

"Ihr seht durstig aus", bemerkte sie. Kein Wunder, es war heiß und der junge Mann schien auch noch den kompletten Ordenshabit zu tragen. Eigentlich ein Wahnsinn, so mitten im Sommer. "Nicht weit von hier ist eine kleine Taverne. Erlaubt mir, Euch einzuladen."
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Di Apr 16, 2013 1:58 pm

Niccolo, Selina

"Ist dem so? Nun, das freut mich zu hören, dass man Euch unterrichtete", lächelte der Blondschopf aufrichtig, hatte er doch nie verstanden, weshalb zumeist nur Knaben und sonst nur sehr wenige Mädchen in den wenigen Frauenklöstern unterwiesen wurden. Immerhin war ein jeder Mensch ein Kind Gottes und er konnte sich nicht vorstellen, dass jener eine solche Ungerechtigkeit tatsächlich gewollt hatte. Doch es war nicht an ihm, Gottes Wege anzuzweifeln...

"Heim und Herd sind sicherlich auf lange Sicht hin nicht für jeden Menschen die Erfüllung. Es gibt so vieles zu wissen und es erscheint mir unsinnig, dass der Mann allein Anspruch auf eben dieses Wissen hat", räumte er ein, ehe er sich flüchtig mit dem Rücken seiner linken Hand über die Stirn fuhr. Auf dieser stand der Schweiß bereits in kleinen Perlen, sodass er sich kurzerhand den wollenden Mantel von den Schultern zog und diesen über seinen Arm legte. Als sie ihn auf seinen durchaus vorhandenen Durst ansprach und sogar einlud, nickte er zustimmend, auch wenn er sonst wohl abgelehnt hatte. Doch in dieser Hitze war es wohl besser genügend zu trinken und allmählich wurde er der Blicke überdrüssig, die ihn hin und wieder trafen, da ein jeder sich wunderte, was er so warm bekleidet vor St. Peter stand.

"Es wäre mir eine Ehre", erwiderte er noch höflich, bedeutete ihr mit einer sacht angedeuteten Verbeugen voran zu gehen und ihm den Weg zu weisen. Das Schriftstück würden sie auch in der Taverne noch austauschen können.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Apr 18, 2013 8:27 am

Niccolo, Selina

Mit einem höflichen Nicken ging Selina voraus. Das Ziegelgebäude lag um diese Zeit noch halb im Schatten. Im Inneren herrschte angenehmens Klima und noch kaum jemand war hier. Es war keine Spelunke, in die sie den jungen Mönch geführt hatte, sondern ein gut geführtes Haus, in dem man von Dieben noch unbehelligt blieb und in dem Selina häufig einkehrte.

Sie setzte sich an einen der Tische und winkte den Wirt heran, um verdünnten Wein für sie beide zu bestellen. "Da wir nun schon miteinander etwas trinken, sollten wir uns einander vorstellen", schlug sie vor. "Mein Name ist Selina Auditore und das wunderschöne Roma ist mein Zuhause." Sie lächelte freundlich.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   So Apr 21, 2013 8:55 am

Niccolo, Selina

"Nur Wasser bitte...", vebesserte er die Bestellung für sich selbst eilig, bevor der Wirt sie bereits wieder allein ließ. Die strengen Fastenregeln seines Ordens hatte Niccolo bislang nicht gebrochen, seit er in Rom eingekehrt war und dabei wollte er es auch belassen. Ob die junge Frau ihm gegenüber das nun als unhöflich, weil er sie korrigiert hatte, oder aber als bescheiden empfand, da er auf den Wein verzichtete und schlichtes Wasser vorzog, dass wusste er nicht und letztlich musste es ihn auch nicht weiter kümmern...

"Es freut mich, Eure Bekanntschaft zu machen. Man nennt mich Niccolo und ich wuchs auf in der Certosa di Pavia, die wohl auch stehts mein zuhause sein wird, ganz gleich wie lang ich hier in Rom bliebe... Auch wenn die Stadt tatsächlich sehr schön ist. Vielleicht ein bisschen zu schön...", entgegnete er ruhig, senkte dabei den Blick auf seine auf der Tischplatte ineinander verschränkten Finger hinab. Sich an den Prunk Roms zu gewöhnen fiel ihm noch immer schwer, war er doch tagtäglich von teuren Kunstwerken und allerlei goldenem Tand umgeben und kam nur selten in die ärmeren Gegenden der Stadt, die ihm um so vieles angenehmer waren als der Papspalast selbst.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Sa Mai 11, 2013 12:39 am

Niccolo, Selina

Selina nahm es kein bisschen übel, dass der junge Mönch Wasser bevorzugte. Ihre Bestellung war eine Art Test gewesen. Auch wenn es im Kartäuserorden nicht viele Mönche gab, die es mit den Regeln nicht zu genau zu nehmen schienen, gab es doch ein paar. Und ein Getränk, mochte es noch so üblich sein, wie verdünnter Wein, verriet dies doch einiges über die Einstellung der Männer. Niccolo schien noch einer derjenigen zu sein die sich, trotz der Vergnügungen, die Rom zu bieten hatte, streng an die Ordensregeln hielten.

Er schien sich auch nicht sonderlich wohl zu fühlen. Selina senkte die Stimme gerade so weit, dass der Wirt nicht hören würde, was sie sagte. "Seid unbesorgt, ob Eurer Aufgabe. Die wahre Schönheit Roms liegt nicht in seinen Bauwerken, sondern in der Seele seiner rechtschaffenen Bürger. Deren Schutz und Wohlergehen liegt uns am Herzen. Ihr sitzt keiner wahnsinnigen Mörderin gegenüber." Auch wenn ihr Lächeln nicht einen Deut verblasst war, trug Selinas Stimme einen Ernst mit sich, der offensichtlich machte, dass dies keine leeren Worte waren.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   So Mai 19, 2013 2:19 pm

Niccolo, Selina

Auf ihre Worte hin konnte er sich ein Auflachen gerade noch verkneifen, doch ein belustigtes Grinsen huschte dennoch über seine Lippen, schien dabei sein gesamtes Gesicht aufzuhellen und seine Augen zum Strahlen zu bringen. Er wirkte ohnehin sehr jung, doch mit einem solchen Lächeln auf den Zügen hatte er so machen eher an einen Knaben erinnert als an einen erwachsenen Mann, der ein solch wichtiges Amt bekleidete, wie er es eben tat. Doch der ironische Irrsinn an der gesamten verzwickten politischen Lage schaffte es immer wieder ihn trotz der Traurigkeit, die er bei alledem empfand, Mal um Mal zum Lachen zu bringen. Gottes Sinn für Humor war schon recht absonderlich, wie es ihm hin und wieder schien.

"Wisst Ihr... allen liegt das gleiche am Herzen und jeder scheint seinen eigenen Weg gefunden zu haben, um dasselbe Ziel zu erreichen - nur gehen diese Wege von der Kreuzung fort in alle Richtungen und wo auch immer sie sich später dann treffen, gibt es Streit darüber, welche Richtung wohl die richtige wäre", erwiderte er mit einem tiefsitzenden Bedauern über die Uneinsichtigkeit beider Seiten - aller Seiten! Die Kardinäle waren selbst wohl auch kaum besser als Assassinen und Templer.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Mi Mai 22, 2013 1:10 pm

Niccolo, Selina

"Da habt Ihr wohl recht", stimmte Seline ihm zu. Nun verstand sie auch sein Lächeln. Und sie kam nicht umhin ihm innerlich zuzustimmen. Trotzdem... "Aber sagt man nicht auch: Alle wege führen nach Rom?", fragte sie. Dennoch wusste sie sehr wohl, dass manche Wege zum Ziel ihr nicht gefielen. Und manchmal sah das Ziel auch ganz anders aus, auch wenn der Weg dorthin derselbe schien.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Mi Mai 22, 2013 3:52 pm

Niccolo, Selina

Nachdenklich tippte sich Niccolo ein wenig gegen die Nase, schwieg einige Zeit lang, da ihnen in diesen Augenblicken ihre Kelche gebracht wurden. Schweigend blickte der junge Mönch auf sein Wasser hinab, ehe er langsam einen tiefen Schulck von diesem nahm. Erst als er den Becher wieder auf dem Tisch abgestellt hatte, ergriff er erneut -sehr bedächtig, wie es seine Art war- das Wort.

"Nicht alle Wege in Richtung Rom sind ungefährlich... Manch eine Reise kann Irrwege nehmen, man verläuft sich und kommt nie ans Ziel... Es ist wichtig, nicht allein zu ziehen", murmelte er leise, als wollte er diese Gedanken für sich behalten und sie im Grunde gar nicht mit Selina teilen. Entsprechend verfiel er anschließend wieder in Schweigen, furchte die Stirn ein wenig, während er weiter nachdachte. Doch letztlich gab es nichts mehr, was er dem bereitwillig hinzufügen wollte und so begann er lieber damit, die Nachricht für die Assassinen aus seinem Umhang heraus zu suchen. Mit ernster Miene schob er das Papierstück schlussendlich über die Tischplatte hinweg der jungen Frau entgegen.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 12:04 pm

Niccolo, Selina

"Das ist nun auch wieder wahr", antwortete Selina geschlagen und nahm den Brief an sich. Ohne auch nur einen Blick darauf zu werfen, geschweige denn ihn zu öffnen, steckte sie ihn in eine versteckte Tasche ihres Mieders. "Vielen Dank für Eure Mühe."

Sie nahm einen Schluck von dem Wein und nahm ein paar Münzen aus ihrer Tasche, mit denen sie zahlte. Plötzlich lief ein junger Mann auf sie zu. Ungeachtet dessen, dass er mit seiner schäbigen Kleidung hier eigentlich gar nichts zu suchen hatte. Selina erkannte ihn sofort. Fabrizio, einer der geschicktesten Diebe und der schnellste Läufe der Diebesgilde. "Schnell Selina, Pablo geht es schlecht", stieß er atemlos hervor. "Antonio glaubt, er ist vergiftet worden. Du musst ihm helfen! Komm schnell!"

Selina sprang auf. "Wie wurde er vergiftet und welche Symptome zeigt er?" fragte sie nach. "Wir wissen es nicht, vielleicht etwas zu Essen. Er hat starke Schmerzen und kann nicht mehr richtig sehen. Außerdem hat er Fieber und muss sich ständig übergeben. Komm doch schnell!" drängte der Dieb. Selina blieb ruhig. "Lauf zurück und sag bescheid dass ich komme", befahl sie. "Ich muss noch etwas holen. Macht ihm möglichst kalte Umschläge um das Fieber zu senken und gebt ihm ausreichend zu trinken." Mit einer herrischen Bewegung scheuchte sie Fabrizio fort.

"Verzeiht, dass ich Euch nicht länger Gesellschaft leisten kann", bat sie Niccolo. "Doch wie ihr gehört habt, werde ich dringend gebraucht."


Zuletzt von Selina Auditore am Do Mai 30, 2013 12:58 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 12:24 pm

Niccolo, Selina

Schweigend, doch noch immer aufmerksam lauschte er den Worten, welche mit einem Mal gewechselt wurden. Fast ging es ihm ein wenig zu schnell, dennoch gelang es ihm, die wichtigsten und auffälligsten Merkmale des Krankheitsbildes zu erfassen. Irritiert zog er die Brauen ein wenig zusammen, ehe er einige Ideen bekam, um welche Art Gift es sich handeln könnte. Bevor er allerdings seine Vermutungen äußern und Selinas Anweisungen verbessern und ausweiten konnte, war der andere schon verschwunden und hatte nicht viel mehr als ein wenig Dreck auf dem sonst so sauberen Boden des Wirtshauses hinterlassen. Fasziniert behielt Niccolo diesen im Blick, während er an die junge Frau gewandt sprach: "Ich kann helfen."

Er hatte die Natur, die Tiere und Pflanzen in dieser ausgiebig studiert, kannte Gifte wie Gegengifte und hatte oft geholfen, wenn sich im Dorf Pavia ein Durchreisender nicht an die Worte der dort Ansässigen gehalten und das Falsche gegessen hatte. Es war viel zu häufig geschehen... Doch statt dies noch hinzufügen, sah er lediglich ernst vom Boden zu Selina auf. Die Situation bedurfte keiner weiteren Worte. Entweder sie schenkte ihm Glauben und nahm ihn mit sich oder aber er würde bald schon in seinen Garten zurück kehren können. Er hoffte lediglich, dass sie von Gottes Erbarmen gelenkt im Sinne des Kranken entschied...

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 12:58 pm

Niccolo, Selina

Für einen Augenblick sah Selina den Mönch prüfend an. Konnte sie es überhaupt riskieren einen Fremden zur Diebesgilde zu führen? Andererseits könnte sie sich durchaus irren, was das Gift und damit das Gegengift anging und dass würde sehr wahrscheinlich Pablos Tod bedeuten. Die Symptome waren kritisch genug. Doch wie auch immer, Eile war geboten!

"Kennt Ihr das weiße Haus mit den kirschfarbenen Giebeln und Fensterläden im Osten der Stadt?" fragte sie. Sieh hielt es für nicht sehr sinnvoll, Niccolo zum Freudenhaus zu führen, wo sie ihre Unterkunft hatte. Lieber wollte sie sich in der Nähe der Diebesgilde mit ihm treffen. Noch dazu wäre sie allein schneller unterwegs.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 1:17 pm

Niccolo, Selina

Nach kurzem Nachdenken, nickte er lediglich knapp auf diese Frage hin. Das Haus war einprägsam gewesen, es hatte ihm gefallen, auch wenn dessen Besitzer ein sonderbarer Herr zu sein schien. Weshalb sie sich nun ausgerechnet bei diesem treffen sollten, verwunderte ihn, doch es gab ihm Zeit, noch einmal in seine eigene Kammer zu eilen und die grundlegendsten Kräuter aufzutreiben, die er für einfache Tinkturen benötigen würde.

"Gebt mir ein wenig Zeit, ich will noch holen, was zum Heilen taugt", erbat er darum noch, spürte dabei allerdings schon allmählich, wie ihre Anspannung auf ihn überschlug und er die Hände zu Fäusten ballte, nahezu zu beben begann war unterdrücktem Tatendrang. Ein guter Zustand, der einem bedauernswerten Umstand zu verschulden war. Doch es würde ihm helfen, schnell und gut zu arbeiten. Und mit ein wenig Glück und Gottes Willen würden sie einem Menschen an diesem Tage noch das Leben retten. Es galt keine Zeit zu verlieren!

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 1:26 pm

Niccolo, Selina

"Dann eilt euch", sagte Selina. "Ich warte dort auf Euch, so lange ich es wagen kann." Damit wandte sie sich bereits um und lief nach draußen. So schnell sie ihre Beine trugen, rannte sie zurück zum Freudenhaus und zog dabei einige Blicke von Passanten auf sich.

In ihrem Zimmer angekommen zog sie die unterste Schublade der Kommode auf und nahm aus den sorgfältig sortieren Phiolen ein halbes Dutzend heraus. Was Fabrizio beschrieben hatte, grenzte die Auswahl der Gegengifte bereits ein, so dass sie nur die kleine Auswahl in eine Tasche steckte. In windeseile schlüpfte sie aus dem Kleid und zog eine dunkle Hose und Bluse an und legte einen dunklen Umhang um. So konnte sie schneller laufen.

Durch den Hintereingang verließ sie das Freudenhaus und begab sich durch Nebenstraßen und Abkürzungen zum verabredeten Ort.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Do Mai 30, 2013 1:57 pm

Niccolo, Selena

Sein Weg war nicht weit, er musste nur einmal über den Platz hasten, dort den Weg durch den Palast hindurch in seine Kammer finden. Er konnte ein prunkvolles Gemach haben, viel größer und unsinnig verziert, wenn er nur wollte, doch er zog das kleine Zimmer vor, erinnerte es ihn doch an seine friedliche Zelle in der Kartause. Prachtvoll genug war es immer noch, ein wenig zu sehr für seinen Geschmack, jedoch war es ihm fern, sich darüber zu beklagen, stattdessen ignorierte er die feinen Malerein meist, konnte sich inzwischen sogar an den kostbaren Teppichen an Wänden und auf dem Boden erfreuen, allerdings nur selten. An diesem Tage gar nicht, als er hinaus schritt, dort einige frische Kräuter zusammen sammelte und diese in einen Beutel steckte, diesen an seinem Gürtel befestigte, nachdem er sich rasch noch den Ordenshabit für den Sommer übergeworfen hatte, die schweren Kleidungsstücke zurück ließ. Sie hatten ihren Zweck an diesem Tag bereits erfüllt und würden nun keinen Nutzen mehr haben.

Hastig machte er sich wieder auf, verließ das pompöse Gebäude wieder und machte sich auf zu dem Haus, das ihm beschrieben worden war.


Abgang: Niccolo, Selina
Fortsetzung: Bürgerviertel
Selina hat das Wort
.

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Di Feb 03, 2015 12:16 pm

Livianella, Niccolo


Fortsetzung aus Centro, Diebesgilde


Kaum hatte sich Niccolo von seiner Begleiterin verabschiedet und drehten sich seine Gedanken bereits wieder um den Jungen, dem er eben erst geholfen hatte. Er hoffte, dass er die Nacht überstehen würde - auch ohne seine weitere Hilfe, denn er wusste nicht, wie er zu dem Haus zurück finden sollte, zu welchem ihn Selina geführt hatte. So war es sicherlich auch beabsichtigt gewesen, doch es brachte den Nachteil mit sich, dass der Mönch nicht mehr nach dem Kranken sehen konnte. Aber er würde für ihn beten können, für seine Gesundheit, für seine Seele. Den Burschen würde er in seine Gebete einschließen und weiterhin das Beste für ihn hoffen. Allerdings glaubte er daran, dass er in guten Händen war, wenn sich Selina weiterhin um ihn bemühte. Auf Niccolo warteten jedoch andere Verpflichtungen, wie er feststellte, als er auf den großen Platz trat, welcher zum Dom hin führte. Eine ihm inzwischen mehr als vertraute Gestalt ließ sich einfach ausmachen und er brauchte nur einige Schritte, bis er schließlich bei ihr angelangt war.


"Ich muss mich für die Verspätung entschuldigen. Es kam zu einem... Zwischenfall", erklärte er der jungen Frau mit ausgeglichenem Gesicht, verzog keine Miene und führte seine Worte nicht weiter aus, ging nicht auf sein eigenes Zögern ein, "Ich fand bislang keine Zeit, ein neues Buch für Euch heraus zu suchen, vergebt mir bitte. Außerdem... Ich war mir nicht sicher, wie Euch dieses gefallen würde, das ich Euch zuletzt gab."


Es war ein sonderbares Ritual zwischen ihnen beiden entstanden, eines das ihr Ziehvater etwa zwei Jahre zuvor mit Niccolo ausgehandelt hatte. Es war zur zusätzlichen Bedingung geworden, damit Alcesto dem Papst Geld leihen würde, um Ärzte, Medikamente und Kuren im letzten Stadium seiner schweren Krankheit bezahlen zu können. Eine sonderbare Bedingung sicherlich, von der niemand aus ihnen dreien wusste. Nicht einmal Innozenz selbst hatte er davon berichtet, es für klüger gehalten, dieses Abkommen zu verschweigen. Und nun trafen sie sich regelmäßig, Livianella und der Mönch. Er brachte ihr Bücher aus der Bibliothek, sie las diese und besprach sie im Anschluß mit ihm, bevor er die Schriften zurück brachte und neue auslieh. Niemand hatte bislang Verdacht geschöpft, dass die Bücher nicht für ihn selbst bestimmt waren und so hinderte ihn niemand daran. Ganz wohl fühlte er sich dennoch nicht dabei, erschien es ihm doch diese Heimlichtuerei einem Verrat gleich zu kommen. Seinem eigenen Wort, das er Alcesto gab, war er dennoch treu ergeben und so führte er ihr Abkommen fort, auch wenn es letztlich keinen Grund mehr gab, nachdem der Papst verstorben war und Alcesto sein Geld zurück gezahlt worden war... Niccolos Verständnis von Ehre war es wohl, das ihn weiter antrieb.


Die tiefgründigen Gespräche, die er mit Livianella über die Lektüre führte, trugen sicherlich auch ihren Teil dazu bei, dass er nicht aufhörte, sie mit Büchern aus der großen Bibliothek zu versorgen, wie er zugeben musste.

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Livianella Charisima

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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   Fr Feb 06, 2015 1:33 pm

Livia stand auf dem Petersplatz, eigentlich wartete sie auf Niccolo, allerdings waren ihre Gedanken bereits vor einigen Minuten von dem Mönch abgelenkt worden, auch wenn sie das Ritual zwischen ihnen lieben gelernt hatte. Es war ihr von Vorteil, was Alcesto damals ausgehandelt hatte, um seiner Ziehtochter einen Gefallen zu tun - hätte er nur eine Ahnung was das scheinbar so unschuldige Mädchen ansonsten in der Stadt trieb, so hätte er derartiges sicherlich nicht einmal im Traum in Erwägung gezogen. Und zu eben diesen nicht ganz so legalen Machenschaften war ihre Konzentration derzeit auch gewandt. Sie sollte die pace scuro - den dunklen Frieden wie sie sich unheilvoll nannten - versammeln, zumindest ihre direkten Berater, es wäre zu gefährlich wäre allgemeinhin bekannt, wer die Prinzessin der Diebe war und so war aus ihr ein Mythos geworden. Wen alles so von statten gegangen war wie geplant, sollten einige Herrn auf den Straßen nun etwas leerere Geldbeutel haben und die Diebe Roms sollten um einige Münzen reicher sein. Wäre hingegen nicht alles so gelaufen, wie sie es vorgesehen hatte, so wüssten nun ein paar Menschen mehr von der Existenz einer gut organisierten Diebesvereinigung, die unter der Prinzessin der Diebe agierten. Auch wenn ihr dadurch keine direkte Gefahr drohte, wollte sie sicher gehen und ihre beiden Stellvertreter nach dem Ablauf des Geplanten fragen.

So zuckte sie kaum merklich zusammen, als Niccolo sie plötzlich ansprach. Sie konnte in seinem Gesicht nichts genaueres über den 'Zwischenfall' erkennen, auch wenn sie es für gewöhnlich begrüßte jeden noch so kleinen Vorgang in Rom zu kennen, aber vielleicht war es auch nicht so wichtig. Niccolo wusste ebenso wenig über sie Bescheid wie Alcesto, alles was ihm über sie bekannt war war das, was sie ihn wissen ließ. Dass sie die Ziehtochter Alcestos war, dass sie lesen und schreiben konnte und auch dass sie ihm Dankbar für seine Hilfe war um an die Bücher zu kommen war kein Geheimnis. Sie ging nicht weiter auf den 'Zwischenfall' ein sondern winkte mit einer kleinen Handbewegung ab. "Sorgt Euch nicht Niccolo, jenes Buch, dass ihr mir zuletzt gabt gefiel mir ausgesprochen gut", sprach sie lächelnd. Ihre übliche unschuldige Fassade die inzwischen so perfektioniert war, dass sie ihr bereits als ein Teil ihres Charakters erschien. Ja sie war definitiv geschickter als ihr Vater mit seinen illegalen Geschäften.
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BeitragThema: Re: Petersplatz; 10. August 1492   So Feb 08, 2015 4:35 am

Livianella, Niccolo


"Es ist eine ungewöhnliche Schrift, die Schilderungen der Geschehnisse... Sie entspricht nicht unbedingt dem, was sonst gern erzählt wird, wie ich weiß. Die Politik ist ein schwieriges Gebiet, meist nur mühsam, oftmals gar nicht zu durchblicken. Bitte versteht das Buch, das ich Euch gab als Einstieg. Denn wenn es Euch ansprach, so werde ich versuchen Euch die Fortsetzung zu beschaffen", fuhr Niccolo langsam nickend fort, ehe ihm einfiel, dass sie noch immer mittig auf dem Petersplatz und unter den erbarmungslosen Strahlen der Mittagssonne standen. Unter dem Ordenshabitat wurde ihm bereits leicht schwitzig, sicherlich erging es Livianella in ihren schweren Röcken nicht besser.

"Bitte. Wenn Ihr Zeit habt, könnten wir uns wieder in den Garten setzen, den man mir zur Pflege überließ", bot er mit einer Geste in Richtung des Papstpalastes an. An manchen Tagen hatten sie stundenlang dort beisammen gesessen, Niccolo hatte Fragen beantwortet, andere Bücher noch hinzugeholt und die junge Dame lesen lassen, bis ihre Wissebgier gestillt war. Es war angenehm, sie bei sich im Garten zu haben, auch wenn sie nur still unter einem der niedrigen Bäume saß und las, während er Unkraut jätete, Beete anlegte oder Büsche und Pflanzen beschnitt. Es arbeitete sich angenehmer in der stillen Anwesenheit eines weiteren Menschen, wie Niccolo fand.

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