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 Diebesgilde, 10. August 1492

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Selina Auditore

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BeitragThema: Diebesgilde, 10. August 1492   Do Jun 06, 2013 11:58 am

Fortsetzung aus dem Vatikan, Basilika

Niccolo, Selina, Antonio

Selina war kaum am verabredeten Treffpunkt angekommen, da sah sie Niccolo um die Ecke kommen. Gut so, dann vergeudeten sie nicht soviel Zeit. Sie lief auf ihn zu. "Kommt mit, die Zeit drängt", meinte sie und zeigte in die entsprechende Richtung.

Ohne weiter auf den Mönch zu warten, lief sie los. Pablos Leben könnte davon abhängen. Eilig führte sie ihren unerwarteten Begleiter durch die Gassen. Nach scheinbar unendlichen Abzweigungen hielt Selina schließlich vor dem Haus der Gilde und klopfte an die Tür. Als ob er auf sie gewartet hatte, öffnete Antonio prompt die Tür, kaum dass ihr Klopfen verhallt war.

Alarmiert stockte er und sah auf Niccolo. "Wer ist das?"
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Niccolo da Pavia

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Sa Jun 29, 2013 5:05 am

Antonio, Niccolo, Selina

Er wanderte, so oft es ihm möglich war, durch die ewig scheinenden Straßen der großen Stadt, doch in diesen Augenblicken, als sich seine Muskeln in vertrauter Weise zu spannen begannen, als er mit weit ausgreifenden Schritten voran ging, da bemerkte er erst, wie sehr ihm die langen Wanderungen tatsächlich fehlten. Womöglich war eine Pilgerreise wieder einmal angebracht... Der Gedanke ließ ein sanftes Lächeln seine Lippen umspielen, als sich endlose Weiten herrlichster Weiden, Felder und Wälder vor seinen Augen auszubreiten schienen. Sobald der neue Habemus Papem gewählt war und jener entschieden hatte, ob er Niccolos Rat ebenso suchen würde, wie sein Vorgänger oder ob der junge Mönch heimkehren konnte, würde er aufbrechen zur Pilgerreise.

Diese Entscheidung schaffte eine Ruhe in ihm, die alle überflüssige Aufregung verdrängte, die seine Hände nur hätte zittern lassen. Im Frieden mit sich selbst traf er schließlich am Ziel ein, nachdem Selina und er den Weg in einvernehmlichen Schweigen hinter sich gebracht hatten. Erst als eine Frage gestellt wurde, die mehr an ihn als an seine Begleiterin gestellt war, schreckte er ein wenig auf und sammelte sich erneut.

"Niccolo, Mönch aus Pavia, den Kartäusern angehörig", war jedoch alles, was er erwiderte, damit kaum mehr Preis gab, als die Frage tatsächlich an Antwort gefordert hatte.

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Selina Auditore

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   So Aug 04, 2013 6:06 am

Selina, Niccolo, Antonio, Pablo

"Er ist hier, um zu helfen", fügte Selina hinzu. "Wo ist Pablo?"

Antonio trat zur Seite und ließ Selina und Niccolo eintreten. Er wies nach hinten, wo eine Tür in einen Nebenraum führte. Sogleich erklang ein schmerzerfülltes Stöhnen daraus hervor, das Selina erneut zur Eile mahnte. Sie schob Antonio aus dem Weg und ging energischen Schrittes in das Zimmer.

Pablo sah furchtbar aus. Seine Haut war wachsbleich und er krümmte sich vor Schmerzen auf dem schmalen Bett. Fabrizio und Rosa bemühten sich, ihm etwas Wasser einzuflößen. Selina legte ihre Tasche und den Mantel ab und kam an das Bett. Sie befühlte Pablos Stirn, sie war heiß, er hatte hohes Fieber. Am Handgelenk fühlte sie den rasenden Puls. Es wurde allerhöchste Zeit!
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Niccolo da Pavia

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   So Aug 04, 2013 2:29 pm

Niccolo, Selina, Erwähnung finden: Antonio, Fabrizio, Rosa, Pablo

Die Brauen tief über seine Augen zusammen ziehend beobachtete Niccolo das Treiben für nur wenige Momente, ehe er sacht den Kopf schüttelte und den beiden an der Seite des Kranken bedeutete, dass sie fortgehen sollten. Als diese jedoch nur starrten, schnalzte er sacht mit der Zunge, um wortlos zum Ausdruck zu bringen, dass er kaum in diesen Raum gelangt wäre, wenn es nicht seine Berechtigung gehabt hätte.

"Lasst das mit dem Wasser, es wird ihm nicht helfen...", betonte er, während er selbst sich an der Seite des Burschen nieder ließ, seine Tasche ablegte und nun seinerseits eine rasche Untersuchung des Vergifteten vornahm. Es stand bereits schlecht um ihn, doch eine Rettung war noch möglich, wenn sie nur das richtige Gegengift fanden...

"Herr Jesu Christi, du Sohn Gottes, erbarme dich seiner, sei seine Rettung, steh ihm bei...", murmelte er leise das Jesus-Gebet für Pablo, von dessen Handgelenk er bald wieder abließ, nachdem er den rasenden, doch allmählich schwächer werdenden Puls dort erspürt hatte. Eine Vermutung hatte er imzwischen, dennoch blickte er zu Selina auf, betrachtete sie kurz, ehe er sie nach ihrer Meinung dazu fragte. Es schadete nicht, sich vorab abzusprechen, Ansichten zu tauschen, bevor sie gegensätzliche Schlüße zogen, auch wenn die Zeit drängte.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mo Aug 05, 2013 2:58 am

Niccolo, Selina erwähnt wird: Pablo

Selina war ein wenig ratlos. "Es sieht fast so aus, als hätte ihn eine Kobra gebissen", antwortete sie auf Niccolos Frage. "Aber ich finde nirgendwo eine Bissstelle und seine Gliedmaßen sind nicht geschwollen." Sie seufzte und gab die Frage zurück. "Was denkt Ihr? Könnte er über etwas zu Essen damit vergiftet worden sein?"

Es war die einzige Möglichkeit, die ihr noch einfiel. Möglicherweise wirkte sich das Gift geringfügig anders aus, wenn es über ein Lebensmittel eingenommen wurde, denn ansonsten stimmte die Symptomatik. Ob das Gegenmittel dann überhaupt wirksam genug war? Vor allem: Es gab keine Kobras in Europa. Wenn es Kobragift war, dann war Pablo mit Vorsatz vergiftet worden. Jemand wollte ihm oder vielleicht sogar der Gilde insgesamt schaden. Das wäre nicht ganz abwegig, immerhin besaßen die Diebe eine gewisse Macht in Rom.
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Niccolo da Pavia

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Aug 06, 2013 7:10 am

 Niccolo, Selina, Erwähnung findet: Pablo

"Gifte schmeckt man immer heraus... Er muss etwas hastig und ohne viel darüber nachzudenken zu sich genommen haben, um es nicht zu bemerken. Wasser, ein schwerer Wein vielleicht, um den Geschmack besser zu überdecken", erwiderte Niccolo langsam nickend. Es schien bei der sommerlichen Hitze die einzig schlüssige Folgerung zu sein, eine Vermutung, die zudem noch unterstützt wurde von der leichten Schwellung des Halses, die der Mönch behutsam ertastete, ehe er erneut von Pablo abließ. Kurz ließ er beide Hände im Schoß ruhen, versuchte seine Gedanken zu sammeln, bevor er schließlich nach seiner Tasche griff. Dass er darin nicht fand, was er brauchte, um ein wirksames Antidot gegen Kobragift zusammen zu stellen, überraschte ihn wenig.

"Für Euch ergeben sich ein paar Fragen, die Ihr besser bald klären solltet... Wer nimmt Mühe und Gefahr auf sich, um ihm zu schaden? Was kann sein Tod für Folgen nach sich ziehen? Ist sein Tod der einzige, der erreicht werden soll? Aber vor allem: Wo von hat er getrunken? Und gibt es davon noch mehr? Das rate ich Euch heraus zu finden", schlug Niccolo leise vor, konnte nicht umhin als zu tun, weshalb man ihn nach Rom geholt hatte, auch wenn er dies sonst nur dann tat, wenn er ganz direkt dazu aufgefordert wurde. Allerdings wirkte Selina ein wenig fahrig auf ihn und er hatte versprochen zu helfen, also tat er dies auch, so gut er es vermochte.

"Mir fehlen einige Dinge...", merkte er etwas lauter mit festerer Stimme als zuvor an. Anschließend nannte er ihr die Zusätze, die er noch brauchte, um den armen Burschen zu helfen. Wenn er nicht bald Hilfe bekam, war es wohl ohnehin zu spät dafür...

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Aug 06, 2013 7:40 am

Niccolo, Selina erwähnt: Pablo, Antonio

Bereits in Gedanken über die Fragen, die Niccolo gestellt hatte, suchte Selina die fehlenden Reagenzien aus ihrer Tasche und reichte sie ihm. Die Phiolen waren alle fein säuberlich beschriftet, so dass es weder Verwechslungen noch Missverständnisse über den Inhalt geben konnte. "Wer könnte davon profitieren?", fragte sie leise, mehr zu sich selbst.

Sie warf Antonio einen Blick zu, der hinter ihnen in das Zimmer getreten war. Das Oberhaupt der Diebesgilde blickte grimmig drein. Feinde hatten sie weißgott genug, aber wer hatte etwas davon, die Diebe mit radikalen Mitteln aus dem Weg zu räumen und wer hatte darüber hinaus auch die Möglichkeit?

Selina ging zu ihm hinüber. "Wenn es das Gift ist, das ich vermute, dann hat der Urheber Geld", erklärte sie ernst und sprach ihre Vermutung aus. "Vielleicht war es auch nur Zufall und es sollte jemand ganz anderes ermordet werden. Wie dem auch sei, ihr solltet in Zukunft besondere Vorsicht walten lassen, was Lebensmittel angeht."

Antonio nickte ernst. "Danke für deine Hilfe", sagte er und wandte sich an Niccolo. "Auch dir, Mönch der Kartäuser."
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Aug 06, 2013 8:02 am

 Niccolo, Selina, Erwähnung finden: Antonio, Pablo

"Noch tat ich nichts, um Euren Dank zu verdienen", wehrte Niccolo mit einem leichten Schütteln seines Kopfes ab. Sich die Haare anschließend zurück streichend erhob sich Niccolo, trat auf einen nahen Tisch zu, dessen Oberfläche er rasch ausreichend leer räumte, um genügend Platz dort zu haben, damit er das Gegengift ansetzen konnte. Still bewunderte er dabei die Ordnung Selinas, als er deren Fläschchen zur Hand nahm, um ein wenig des Inhaltes dem Gemisch beizufügen.

"Gebt ihm dies, es wird dafür sorgen, dass er sich erbricht. Es wird ihn zwar weiter schwächen, aber auch dafür sorgen, dass alles Schädliche seinen Körper verlässt. Stützt ihn und haltet seinen Kopf so, dass er sich nicht verschlucken kann", wies er die beiden Diebe ruhig an, reichte eine kleine Phiole an Selina weiter, indessen er selbst sich weiterhin mit dem Gegengift befasste. Die Routine war altbekannt und sondern zufriedenstellend, hatte er doch oft genug im Hospitz ausgeholfen, auch im Papspalast über die letzten Wochen hinweg immer wieder Kranke versorgt, ja, selbst der Habemus Papem hatte seinen medizinischen Rat eingefordert, auch wenn Niccolo selbst diesen für deutlich weniger qualifiziert hielt, als den des Leibarztes.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mi Aug 14, 2013 6:52 am

Niccolo, Selina erwähnt werden: Pablo, Fabrizio, Rosa

Selina nahm das Fläschchen entgegen und ging zu Pablo hinüber. Rosa hatte sich bereits auf die Bettkante gesetzt und ihn ein Stück weit aufgerichtet, er wehrte sich kaum. Fabrizio hielt einen Eimer bereit, falls sich die Wirkung schneller entfalten würde, als gedacht. Selina öffnete die Phiole und setzte es Pablo an die Lippen. Vorsichtig aber zügig flößte sie ihm das Mittel ein. Dann trat sie zurück. Jetzt mussten sie warten.

Sie ging zu Niccolo herüber und sah ihm bei seiner Arbeit zu. Er arbeitete sicher und sie stellte fest, dass sie wohl die gleiche Art des Gegengiftes gebraut hätte. Es wäre sicher von Vorteil einen Mann wie ihn auf der Seite der Bruderschaft zu haben, doch Selina wüsste nicht, wie sie ihn dazu bewegen könnte. Doch sie würde seinen Namen weitergeben, vielleicht war er der Bruderschaft doch irgendwie von Nutzen.

In diesem Augenblick zeigte das Mittel Wirkung. Pablo bäumte sich auf und erbrach sich geräuschvoll in den hastig hingehaltenen Eimer. Sein Körper schien alles loswerden zu wollen, das er in den letzten Tagen zu sich genommen hatte, doch schon ein paar Minuten später war alles vorbei. Pablo würgte noch ein wenig, doch er erbrach sich nicht weiter. Fürsorglich wischte ihm Rosa das Gesicht sauber. Fabrizio trug mit angewidertem Gesicht den Eimer nach draußen.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mi Aug 14, 2013 10:25 am

Niccolo, Selina, Erwähnung finden: Pablo, Fabrizio, Rosa

Sich von den Geräuschen nicht ablenken lassend führte Niccolo die geübten Handgriffe durch, blinzelte dabei nicht einmal, sondern hielt den Blick konzentriert auf seine Finger gesenkt. Erst als hinter ihm Ruhe eingekehrt war und einer der Diebe den Raum verließ, nickte er einmal knapp, ehe er sich dem Kranken zuwandte. Kurz nur musste er sich umblicken, fand rasch einen Löffel, den er an sich nahm, ehe er sich erneut neben das Lager nieder ließ.

"Haltet ihm den Mund offen -genau so-. Sobald er den ersten Schluck im Mund hat, wird er versuchen ihn auszuspucken, dann müsst Ihr ihm die Lippen versiegeln, haltet ihn ganz fest, zwingt ihn zum Schlucken", wies er die junge Frau an, die Pablo noch immer stützte. Diesem flößte er nun behutsam das bitter schmeckende Gemisch ein, bis sein Körper entgültig völlig entkräftet erschlaffte und sich seine Augen schlossen. Es dauerte nur wenige Momente, bis der Dieb ganz offensichtlich in einen tiefen Schlaf gefallen war.

"Kühlt seine Stirn und seine Waden die ganze Nacht über. Gebt ihm Wasser und darin verdünnt fünf Tropfen hiervon auf jeden Becher, um das Fieber zu senken, sobald er zu sich kommt. Sollte er nicht bis zum nächsten Morgen erwachen, müsst Ihr ihm einen Aufguss dieser Kräutermischung zu trinken geben. Schluck für Schluck, wie wir es eben taten. Hilft das nicht, holt mich hinzu, ich will sehen, was ich für ihn tun kann", gab er seine letzten Anweisungen, nachdem er sich erleichternd seufzend etwas aufrichtete.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Fr Jun 20, 2014 5:13 am

Niccolo, Selina erwähnt wird: Maciavelli

Antonio hörte aufmerksam zu und nickte. "Ich danke dir", wiederholte er den Dank, den Niccolo sich nun tatsächlich verdient hatte. Hoffentlich überlebte Pablo.

Selina hatte bewusst zugelassen, dass der Mönch die Initiative übernahm. Er wusste definitv was er tat. Sie würde mit Maciavelli darüber reden und sehen, wass dieser dazu sagte. Nach Niccolos Worten war sie sich nicht sicher, ob dieser freiwillig den Assassinen dienen würde. Eher nicht. Allerdings hatte er auch Pablo geholfen, ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden, dass dieser ein Dieb war.

Sie trat zu dem Tisch und sammelte ihre Fläschchen wieder ein. Dann trat sie zu Niccolo. "Ich würde Euch gern nach Hause begleiten", meinte sie freundlich. Bei der Gelegenheit wollte sie auch gleich herausfinden, wie weit das Heilerwissen bei dem jungen Mann reichte. Nicht so auffällig, dass ihre Absichten gleich offensichtlich wären, nur ganz nebenbei. Notfalls konnte sie über die Diebe Details erfahren.

Und danach würde sie sich mit Antonio beraten, doch das wollte sie nicht im Beisein des Mönches machen. Manche Dinge blieben besser vor der Allgemeinheit verborgen.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   So Jul 06, 2014 2:10 pm

Niccolo, Selina

Mit ernster Miene nickend nahm Niccolo den Danke diesmal ohne ein weiteres Wort zu verlieren an, auch wenn er noch immer nicht davon überzeugt war, dass er ihn sich bereits verdient hatte. Dem jungen Mann konnte es noch bedeutend schlechter gehen, womöglich würde er trotz aller Mühen doch noch sterben. Niccolo verzog sacht den Mund, wandte sich dann allerdings zu der Diebin am Tisch heran, um nun selbst die Ordnung dort wieder herzustellen. Langsam sammelte er den Inhalt seiner eigenen Tasche zusammen, stellte anschließend alles, was er fortbewegt hatte, um sich Platz zu schaffen, wieder dorthin zurück, wo es sich vorher befunden hatte. Alles musste seine Ordentlichkeit haben und er wollte nicht unhöflich erscheinen. Leise murmelte er dabei noch einige Male das Jesus-Gebet für den jungen Pablo vor sich hin, auf dass zumindest seine Seele erettet sei, auch wenn sein Körper es nicht schaffen sollte, sich gegen das Gift zu erwehren.

"Eure Flaschen...", hob er leise an, tippte dabei auf die letzte Phiole, die noch auf dem Tisch stand, deutete auf deren Beschriftung.
"Das ist sehr geschickt", merkte er lobend an, überlegte dabei, ob er dieses System womöglich übernehmen könnte, während er Selina ihre Flasche reichte. Nach einem letzten Blick auf den Kranken war er schließlich bereit, dass Zimmer wieder zu verlassen, auch wenn ihm noch immer nicht vollkommen wohl dabei war.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   So Jul 06, 2014 2:59 pm

Niccolo, Selina

"Danke." Selina nahm die Phiole entgegen und verstaute sie bei den anderen in der Tasche. Auf das Lob zuckte sie mit den Schultern. "Es hat sich bewährt", antwortete sie einfach. Sie folgte Niccolo nach draußen. Sofort wurden sie wieder von der Sommerhitze empfangen.

Mit wesentlich ruhigeren Schritten entfernten sich die beiden von der Diebesgilde. "Habt Ihr den Umgang mit Gegengiften auch in Eurem Kloster gelernt?", fragte sie beiläufig. Damit dies nicht wie ein Verhör klang, fügte sie hinzu. "Was ich weiß, habe ich von einem alten Bekannten meines Onkels gelernt." Auch dieser war Assassine, doch das verschwieg Selina. "Ich war ein sehr wissbegieriges Kind und habe ihn nicht mit Fragen in Ruhe gelassen." Sie lachte fröhlich. Gekonnt spielte sie die Rolle einer Frau, die nichts zu verbergen hatte.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mo Jul 07, 2014 1:29 am

Niccolo, Selina

Zunächst wirkte es nicht, als würde der junge Mönch ihr tatsächlich eine Antwort geben, doch als sie weiter sprach, wandte er sich ihr ein wenig mehr zu und lächelte zuletzt auch ein wenig.

"Auch ich stellte viele Fragen als Knabe. Sie eilten sich, mich das Lesen zu lehren, auf dass ich schweigen würde wie der Rest von ihnen. In Pavia gibt es eine sehr große Bibliothek... Und vieles erlernte ich beim Pilgern durch viele Länder diesseits unserer eigenen Grenzen", gab er schließlich zurück, verstummte dann allerdings schon wieder, auch wenn er viel mehr noch zu erzählen gehabt hätte. Wie oft er nachts -obwohl es ihm verboten worden war- tief über Bücher gebeugt im Kerzenschein gelesen hatte. Und dass er so manches Mal zur Strafe auf Reisen geschickt wurde, wenn man ihn ertappt hatte. Der Gedanke stimmte ihn ein wenig wehmütig und ließ ihn die strikten Regeln des Ordens vermissen. Denn in Rom herrschte die Willkür, die eigenen Triebe und selten wurde an einen anderen mitgedacht, der nicht man selbst war.

"Lebt Ihr Eurer ganzes Leben schon hier?", erkundigte er sich leise bei seiner Begleitung, "Wie haltet Ihr das nur aus?"

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mo Jul 07, 2014 1:58 am

Niccolo, Selina

Selina lachte freundlich. Wenn Niccolo so viele Fragen gestellt hatte, dann war es nur sehr möglich, dass er tatsächlich mehr kannte, als nur Gifte und Gegengifte. Nun, dies galt es herauszufinden. "Mein Onkel hat auch eine Bibliothek", erzählte sie offen weiter. "Leider nicht groß genug, um für alle Themenbereiche ausreichend Platz zu bieten." Sie seufzte. "Ich würde zu gern mal die Bibilothek in Pavia sehen", meinte sie. "Doch das wird wohl nicht möglich sein. Für mich als Frau. Erzählt mir doch ein wenig mehr", bat sie den Mönch. "Welche Bücher findet man dort und mit welchen habt Ihr Euch am Liebsten beschäftigt?"

Auf die Frage, wie sie es in Roma nur aushielt, lachte Sel erneut. "Ich bin hier aufgewachsen. Roma ist mein Zuhause und ich würde nirgendwo anders leben wollen", antwortete sie fröhlich. "Rom mag chaotisch und gesetzlos wirken, doch hier leben viele gute Menschen." Allem voran die Assassinen und Kurtisanen. Ohne letztere wusste Selina nicht, wo sie gelandet wäre. Sie hätte weder bei ihrer Mutter noch bei ihrem Vater aufwachsen können. Sie hatte es zwar immer als normal angesehen, dass sie bei den Huren aufwuchs, doch irgendwann hatte sie verstanden, dass es ansonsten darauf hinaus gelaufen wäre, dass sie das Leben ihrer Mutter oder ihres Vaters zerstört hätte. Und beide hatte sie über alles geliebt, so selten sie sie auch gesehen hatte. Darüber hinaus hatte sie in den Kurtisanen viele Freundinnen gehabt. Sie war der heimliche Glücksbringer des Bordells gewesen und war von allen verwöhnt worden. Nein, sie bereute es nicht.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mo Jul 07, 2014 5:00 am

Niccolo, Selina

Für einen Mann wie ihn, der auf dem Land in der Ruhe eines Klosters großgeworden war, schien es vollkommen abwegig zu sein, dass sich tatsächlich Kinder in den Straßen einer solchen Stadt zu behaupten vermochten. Die Vorstellung verwirrte ihn merklich und so dauerte es ein wenig, bis er zuletzt den Kopf schüttelte und von diesen Gedanken abließ. Sie schienen schlichtweg unsinnig zu sein, doch es war nicht an ihm das Leben in der Stadt zu verurteilen. Womöglich schätzte er es auch nur falsch ein, von dem, was er bisland zu sehen bekommen hatte. Der Palast des Papstes war sicherlich kaum mit einer einfachen Hütte in den äußeren Randgebieten zu vergleichen.

"Wir sind stolz darauf, wie vielfältig unsere Sammlung ist. Nicht nur geistliche Schriften lassen sich in Pavia finden, auch die von Wissenschaftlern, von Philosophen, Heilkundigen und die Erzählungen von Reisenden. Es gibt wohl kaum ein Buch, das nicht den Weg in unsere Reihen fand... Und auch wenn sie umstritten sind, so halten wir doch an ihnen fest und geben sie den Novizen zum Lesen, damit sie zu denken und zu handeln lernen", bezog er sich auf Selinas Fragen, schienen ihm diese doch einfacher zu beantworten zu sein, als eine jedwede Reaktion auf ihre übrigen Anmerkungen waren.

Beiläufig zog er die Tasche, die er nunmehr wieder über seiner Schulter trug, etwas zurecht, um niemanden damit anzustoßen, als die Gassen um sie herum von Ecke zu Ecke immer erfüllter wurden mit Menschen. Zwar hatte sich die Hitze des Mittags noch nicht recht gelegt, doch Besorgungen ließen manches Mal nicht auf sich warten. Fasziniert betrachtete Niccolo die Menschen, die deutlich schneller als sie beide unterwegs waren und zügig an ihnen vorbei schritten.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Mo Jul 07, 2014 9:01 am

Niccolo, Selina

Interessiert hörte sich Selina die Aufzählung an. Dass sich auch umstrittene Schriften dort finden ließen, erstaunte sie. Gleichzeitig hieß es aber, dass auch Niccolo diese Bücher gelesen hatte. War nur noch die Frage, was er zu den Theorien dachte, die außerhalb der Kirche standen. "Umstrittene Schriften?", fragte sie nach, als ob sie nicht wüsste, was der Mönch damit meinte. Die Art, wie er Auskunft darüber geben würde, oder ob er überhaupt Auskunft gab, würde hoffentlich viel verraten.

Möglicherweise war er tatsächlich nützlich für die Assassinen. Zwar waren von den Assassinen unter anderem auch Maciavelli gebildet und belesen, doch mit dem kleinen Mönch konnten sie sicher nicht mithalten.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Jul 08, 2014 12:46 pm

Niccolo, Selina


Langsam und nachdenklich nickte Niccolo, löste sich erst allmählich aus seinen Beobachtungen, ehe er sich der Frau an seiner Seite erneut zuwandte. Es fiel ihm schwer abzuschätzen, wie viel sie tatsächlich zu erfahren wüschte oder ob sie nur auf Grund von Etikette und Höflichkeit sich zu fragen genötigt sah. Und so legte er den Kopf ein wenig schräg und dachte ausgiebig über seine Antwort nach, ehe er zu dieser ansetzte.

"Schriften griechischer Philosophen, Gedanken zu ihren Göttern, Erklärungen der Natur, die mathematische Regeln zum göttlichen Prinzip erheben - das Buch der zwei Wahrheiten und... vieles andere, worüber ich besser nicht offen spreche sollte. Einige Bücher findet man zwar nur, wenn man weiß, wo man nach ihnen zu suchen hat, doch Ihr müsst es mir nachsehen, dass es besser ist, maches zu verschweigen. Zumindest in Gegenwart anderer...", gestand er ihr zu, senkte dabei deutlich die Stimme, nachdem er näher zu ihr heran getreten war. Im Papstpalast wusste man nie, wer welche Worte zu welcher Zeit zu hören bekam und Niccolo glaubte nicht, dass sich dies änderte, wenn er in den Straßen Roms unterwegs war.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   So Okt 05, 2014 4:09 am

Niccolo, Selina

"Natürlich", meinte Selina verbindlich. "Dennoch klingen einige Titel äußerst interessant", fügte sie hinzu. Es wäre sicherlich aufschlussreich in dieser Bibilothek zu stöbern. Dort war sicher einiges an Wissen verschlossen, das der Bruderschaft helfen konnte. Vielleicht gab es ja eine Möglichkeit, doch vorerst musste sie abwarten. Geduld. Nichts anmerken lassen und auf eine günstige Gelegenheit warten.

"Es ist zu schade, dass Wissen verschlossen bleibt, nur weil jemand glaubt, dass es schaden könnte", sinnierte Sel. Wäre Wissen frei verfügbar, würden sich die Leute wohl nicht so schnell so blindlinks dem Glauben zuwenden, um Erlösung zu finden. Sie würden sich wohl mehr auf sich selbst stützen und dem was sie mit eigener Kraft zu erreichen vermochten. Es war nicht so, dass Selina etwas direkt gegen die Kirche und den Glauben an sich hatte, doch dieses enge Korsett der Geistlichen, das nichts anderes zuließ, als ihre eigenen Vorstellungen, war ihr zuwider.
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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Feb 03, 2015 7:41 am

Niccolo, Selina

"Nicht alles, was in Büchern steht, entspricht der Wahrheit. Manches Werk ist erfüllt von Wut und Hass und dies zu erkennen fällt nicht jedem leicht. Manch einer lernt es nie und so verkraftet nicht jeder Novize ein jedes Buch. Sie wecken Ängste, Begierden, schlimme Sehnsüchte und allerlei Schlechtes, das einen Menschen zerfressen kann. Das Wissen mancher Schriften sollte nicht allen zugänglich gemacht werden", verteidigte Niccolo das Vorgehen der Mönche bedacht mit behutsam gewählten Worten. Es hatte lange gedauert, bis er selbst verstanden hatte, doch gerade bei den nächtlichen Stunden, die er mit heimlichen Lesen zugebracht hatte, war er mit Dingen konfrontiert gewesen, die er allein kaum begreifen konnte. Manche Bücher verlangten nach jemandem, mit dem man über das Gelesene sprechen konnte, mit dem man diskutieren konnte und der notfalls Erklärungen lieferte, die einen anderen Blickwinkel ermöglichten. Dies nicht anzubieten, sondern die Menschen nur frei lesen zu lassen... Nein, Niccolo konnte sich nicht vorstellen, dass dies mehr Nutzen denn Schaden brächte.

"Ah... Wir sind zurück", stellte er mit milder Überraschung fest, als sich die Straßen verbreiterten, ihre Pflasterungen ordentlicher und aufwendiger wurden. Der Petersdom erhob sich bereits mächtig und kolosall vor ihnen. Langsam wandte er sich der jungen Frau an seiner Seite zu. Es war wohl an der Zeit sich zu trennen, sie beide hatten wohl Pflichten, denen es nachzukommen galt. Sacht neigte Niccolo den Kopf vor ihr als Zeichen des stillen Respektes.

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BeitragThema: Re: Diebesgilde, 10. August 1492   Di Feb 03, 2015 10:50 am

Niccolo, Selina

Niccolos Einwände waren durchaus gerechtfertigt, das musste Selina zugeben. Dennoch war sie im Grunde genommen dafür, dass Wissen allen zugänglich gemacht werden sollte. Vielleicht würde die Welt anders aussehen, wäre es so. Vielleicht wären die Templer niemals in die Machtposition gekommen, die sie nun inne hatten. Doch das waren müßige Gedankengänge.

Der Petersdom erhob sich vor ihnen und der junge Mönch neben Selina stellte es überflüssigerweise fest. Die junge Frau verbeugte sich höflich. "Dann wünsche ich Euch noch einen angenehmen Tag", wünschte sie mit einem freundlichen Lächeln. Sie wollte sich schon auf den Weg zurück zum Rosa machen, doch dann überlegte sie es sich anders. Sie wollte nachdenken und dafür waren die Straßen Roms denkbar schlecht geeignet. Viel zu laut und überfüllt. Mit flotten Schritten machte sich Selina auf den Weg nach San Polo.

Abgang Selina, Fortsetzung in San Polo
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Diebesgilde, 10. August 1492
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